
René Künzli, Präsident der terzStiftung
In diesem Jahr stehen eidgenössische Wahlen an. Wir wählen Volksvertreter, die sich für uns und die folgenden Generationen verantwortungsbewusst einsetzen. Tun sie das auch wirklich in unserem Sinne?
Die Gesetzesflut nimmt weiter rasant zu. Es ist offensichtlich, dass sich die Politik immer mehr in unseren persönlichen Verantwortungsbereich einmischt und uns mehr und mehr Eigenverantwortung entzieht. Vordergründig, weil unsere Politiker sich für uns einsetzen wollen, doch in Tat und Wahrheit geht es um Macht. In dem Masse, wie sie uns Eigenverantwortung entziehen, verschiebt sich das Machtverhältnis hin zum Staat.
Nur einige Beispiele, die das belegen: Bei der privaten Kinderbetreuung stellte der Bundesrat die anmassende Forderung, dass erfahrene Mütter und Grossmütter künftig einen Grundkurs in Kinderbetreuung absolvieren müssen, bevor man ihnen ein Kind in Obhut gibt. Diese Vorlage ist vom Parlament abgelehnt worden, doch auch der abgeschwächte zweite Vorschlag ist eine Provokation. Die Politik erstickt die Eigeninitiative der Bürger durch unsinnige, demotivierende und Kosten treibende Auflagen. Gleiches geschieht bei der Vorlage des willkürlich befristeten Führerausweises bis 50 oder bei der Hundehaltung, wo langjährige, erfahrene Hundehalter neu einen Grundkurs besuchen müssen. Man darf gespannt sein, mit welchen Erschwernissen künftig erst Angehörige rechnen müssen, die ihr behindertes Kind, ihre Eltern oder Grosseltern zu Hause pflegen.
Pragmatisch, bürgernah und kostengünstig
Selbständig zu bleiben ist der Wunsch vieler, doch die politische Entwicklung zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Zentralisierung und Überregulierung, weit weg von pragmatischen, bürgernahen und kostengünstigen Lösungen. Doch genau diese – und wieder mehr Eigenverantwortung – sind wichtige Voraussetzungen, um den Generationenwandel so zu gestalten, dass unsere Enkel und Urenkel nicht von den Kosten erdrückt werden. Wir benötigen Volksvertreter, die sich für einfache, nachhaltige und generationenverträgliche Lösungen einsetzen, das heisst: die im eben beschriebenen Sinn die Zukunft gestalten.
Herzliche Grüsse
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Ihr René Künzli
Präsident der terzStiftung


