Das Botschafter-Konzept der terzStiftung - Bedürfnisse der Gesellschaft und Wirtschaft

Der demographische Wandel wird es mit sich bringen, dass der Anteil der älteren gegenüber der jüngeren Bevölkerung noch massiv steigen wird. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf die Infrastruktur, die Dienstleistungen, die Produkte und auf die Lebensarbeitszeiten. In den nächsten 25 – 30 Jahren wird sich in unseren Breitengraden vieles fundamental verändern.

Obwohl der demographische Wandel nicht mehr zu leugnen ist, haben viele grosse Schweizer Unternehmen noch nicht die richtigen Massnahmen ergriffen, um die Mitarbeitenden, die teilweise seit Jahrzehnten für sie tätig sind, zu motivieren, über den 65. Geburtstag hinaus zu arbeiten. Die von der „Handelszeitung“ in dem Beitrag „Die Zukunft kommt schon bald“ am 25. März getroffenen Feststellungen bestätigen dies eindrücklich. Es gibt keine grundsätzliche Scheu der Arbeitnehmenden in der Schweiz, länger berufstätig zu bleiben. Allerdings sollten die Mitarbeitenden in den Unternehmen von „Mittelstrecken-“ zu „Langstreckenläufern“ umtrainiert werden, um eine längere Berufstätigkeit zu ermöglichen. Wenn ABB etwa sechzig Angestellte im Alter jenseits der 65 hat, dann greift das Personal-Konzept des Unternehmens. Entscheidend ist, dass es eine Unternehmenskultur gibt, die es den Mitarbeitenden erleichtert, länger zu bleiben.

Der demographische Wandel wird neue Formen der Arbeit und der Arbeitsorganisation, Neuregelungen des Pensionsalters, Reformen und Änderungen im Generationenvertrag und anderes mehr erforderlich machen.

Es scheint uns wichtig, dass das Erfahrungswissen und die Kompetenz der heutigen älteren Bevölkerung in die Prozesse für generationenverträgliche Lösungen, im Rahmen von Meinungsumfragen, Vernehmlassungen und Projektarbeiten einbezogen werden. Auch im Rahmen von Scoutings können Infrastrukturen, Dienstleistungen und Produkte getestet und dem Auftraggeber wertvolle Anregungen und Hinweise für Verbesserungen gegeben werden.

Warum nutzen wir dieses grösste Potential nicht? Die terzStiftung versucht über das Botschafterkonzept auch terzScouts und terzExperten zu gewinnen, die etwas weitergeben wollen, was unseren Nachkommen Nutzen und Werte vermittelt.

Antworten der terzStiftung

Aus dem Fazit heraus haben sich die Verantwortlichen der terzStiftung entschlossen den Versuch zu unternehmen, die ältere Generation einzuladen mitzuhelfen, dass die Herausforderungen durch den Generationenwandel proaktiv und kreativ angegangen werden. Wenn wir uns diesem Thema verschliessen und nichts tun, stellen wir heute Wechsel auf unsere Enkel-und Urenkelkindern aus, die sie zu gegebener Zeit fast nicht mehr einlösen können.

Die terzStiftung will mit anderen Partnern und mit den terzBotschaftern einen Anstoss geben.

Strategische Zielsetzung der terzStiftung
Vision

Wir entwickeln und fördern eine Generationenkultur, in der die älteren Menschen ihre Erfahrungen und Fähigkeiten zum Wohle der Mitmenschen, Nachkommen und der Umwelt einsetzen und dafür tätig werden.

Leitsatz zur Vision

Die gemeinnützige und nicht gewinnorientierte terzStiftung weiss, wie ältere Menschen in der Gesellschaft aktiv integriert bleiben und nicht „sozial entsorgt“ werden. Sie will beweisen, dass Wissen ergänzt durch Können die grösste Marktwirkung erzeugt. Sie setzt sich zum Ziel, die Gesellschaft und Wirtschaft, unter Wahrung der Generationenverträglichkeit und hoher ethischer Werte, zu unterstützen, den demographischen Wandel von Jung auf Alt harmonisch, nachhaltig, effizient und erfolgreich zu meistern. Die terzStiftung versteht sich als Generalist in Altersfragen. Sie will für ältere Menschen Nutzen stiften, indem sie bestehende Kompetenzen miteinander vernetzt und Erfahrungswissen für Leistungs-und Produkteverbesserungen einsetzt. Die terzStiftung schafft dadurch Mehrwerte für die Gesellschaft und Wirtschaft.

Was älteren Menschen nützt, kann jüngeren nicht schaden. In diesem Leitsatz liegt der intergenerative Ansatz, der von der terzStiftung verfolgt wird. Sie setzt sich für generationenverträgliche Lösungen ein.

Die terzStiftung will den Menschen im dritten Lebensabschnitt durch geeignete Massnahmen

Selbständig bleiben

ermöglichen. Dies insbesondere in den Bereichen

  • Prävention und Gesundheit
  • Leben und Wohnen
  • Finanzen und Recht
  • Mobilität und Aktivität.

Unter dem Motto „Forschen ist wichtig, handeln entscheidend” werden Bedürfnisse und Trends der älteren Bevölkerung über die terzBotschafter ermittelt und dort, wo das möglich ist, entwickelt die terzStiftung mit ihren Stiftungspartnern entsprechende Verbesserungen im Bereiche der Dienstleistungen und Produkte. Wichtig sind uns auch die Verbesserung der Lebens-und Wohnformen, die Förderung der Motivation und Aktivitäten, sowie Programme für die Bildung im Alter. Wir wollen das heutige Altersbild aufwerten, indem wir ältere Menschen dazu motivieren, sich auch nach der Pensionierung neuen Aufgaben zu stellen, die ihnen auch weiterhin einen Lebenssinn geben und der Gesellschaft einen wertvollen Nutzen stiften.

Grundsätze unserer Kultur des Alters

Aktivitäts-, Chancen-oder Kompetenzmodell des Alters als Orientierung

  1. Aktivität und Bildung statt Betreuung und Unterstützung (neugierig bleiben)
  2. Motivation (Mut machen durch Zumutungen)
  3. Kompetenz (lebenslanges Lernen)
  4. Tätigkeit (wer sich keine Aufgaben gibt, gibt sich selbst auf)
  5. Intergenerative Verpflichtung (Solidarität).
  6. die individuelle und massgeschneiderte Beratung und Umsetzung.

Das Konzept „terzBotschafter“
Ausgangslage

Das Kompetenzmodell des Alters hat sich zwar in der Wissenschaft durchgesetzt. In der Gesellschaft und Wirtschaft wird das Alter trotzdem häufig noch negativ angesehen. Silvia und René Künzli haben sich während ihrer Berufszeit immer für ältere Menschen eingesetzt. Nach der Übergabe der TERTIANUM-Gruppe an die Nachfolger wollten sie sich nicht in den „Ruhestand“ begeben, sondern aktiv ihre Erfahrungen und Kompetenzen für Menschen in der dritten und vierten Lebensphase, unter Einhaltung der Generationengerechtigkeit und -verträglichkeit, einsetzen. Das Kompetenzmodell in der Schweizer Gesellschaft soll dadurch weiter vorangetrieben werden. Der meist geäusserte Wunsch älterer Menschen ist, möglichst lange selbständig bleiben zu können

Ziele und Aufgaben der terzBotschafter

Die terzBotschafter (Frauen und Männer) sind vorzugsweise pensionierte Personen mit grossem Erfahrungswissen. Ihre Lebenserfahrung, ihre in Jahrzehnten erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sollen der Gesellschaft und Wirtschaft nicht verloren gehen, sondern ihr auch im Lebensabschnitt nach der Pensionierung zugute kommen. Die terzBotschafter suchen nach Verbesserungen, helfen aktiv und kreativ mit, Abläufe im Alltag zu vereinfachen bzw. zu verbessern. Sie haben einen konstruktiven Grundauftrag. Dieser kann wie folgt umschrieben werden:

Die terzBotschafter

  1. kennen die Werte der terzStiftung, bekennen sich zu ihnen und vertreten sie aktiv in ihrem Umfeld -und unterstützen dadurch auch die Gönnerentwicklung
  2. setzen sich für die Interessen älterer Menschen ein, sofern diese die Werte der terzStiftung und die Generationenverträglichkeit nicht verletzen
  3. Sie übermitteln positive und verbesserungswürdige Feststellungen aus ihrer Region, die durch die terzStiftung entweder medial im positiven Sinne aufgegriffen oder bei den verantwortlichen Stellen eingebracht werden
  4. Sie können sich auch als terz-SeniorScout für Überprüfungen von Dienstleistungen, Produkten oder Infrastruktur oder
  5. für Meinungsumfragen oder Vernehmlassungen der Wirtschaft und Politik engagieren.

Unsere Werte sind:

  1. Selbstentscheidung und Selbständigkeit
  2. Eigenverantwortung
  3. Aktivität – noch gebraucht werden
  4. Erfahrungswissen und Kompetenzen müssen abgerufen werden
  5. Gesunderhaltung -Prävention
  6. Achtung und Wertschätzung – Stärkung des Selbstwertgefühls
  7. Lebenslanges Lernen -Bildung
  8. Engagement für alle Generationen und für Generationengerechtigkeit und –verträglichkeit.

Unsere Planung und unser Handeln hat sich an obigen Werten zu orientieren. Mit ihrer Lebenserfahrung oder ihren Kenntnissen (beispielsweise über das Wohnen im Alter) stehen die terzBotschafter zugleich als Experten beratend zur Verfügung. Sie sind zu vereinbarten Zeiten Ansprechpartner für die Gönner in ihrer Nähe. Botschafter sollten, müssen aber nicht selbst Gönner sein.

Sie wirken als „Sensoren“ in der Gesellschaft, decken Positives, Bedürfnisse und Missstände auf, melden der terzStiftung Handlungsbedarf und sind als Stiftungsvertreter Bindeglied zwischen der „Front“ und der terzStiftung. Sie geben Anregungen, wie bestimmte Missstände behoben werden können. Dadurch unterstützen die terz-Botschafter gewissermassen die Gesellschaft und Wirtschaft, Dienstleistungen, Produkte und Infrastruktur sukzessive generationenfreundlicher zu erbringen oder zu gestalten.

Die terzStiftung sorgt dafür, dass die Anregungen der terzBotschafter in die dazu zuständigen Gremien eingebracht werden und überprüft deren Bearbeitung und Umsetzung. Wenn sie die Unterstützung von Fachleuten benötigt, kann sie ihre eigenen Experten einschalten oder Mitglieder von Innovage um Unterstützung anfragen. Diese Experten haben das Wissen und die Leitungserfahrung, um Konzepte in die Wirklichkeit umzusetzen.

Anerkennung

Es ist uns wichtig, dass die terzBotschafterinnen und terzBotschafter nebst der ideellen Anerkennung für ihre Leistungen auch einen Mehrwert erhalten. Dieser kann nie einer normalen Bezahlung gleichgesetzt werden, die Tätigkeit soll aber auch nicht als unentgeltliche Freiwilligenarbeit deklariert werden.

Wir unterscheiden zwischen

  1. terzBotschafterinnen terzBotschafter
    • stellen die Ziele/Werte/Mehrwerte der terzStiftung ihrem Umfeld vor
    • nehmen Bedürfnisse älterer Menschen auf
    • und erfassen gute Beispiele oder Missstände und melden diese der terzStiftung
    • unterstützen uns bei Meinungsumfragen
    • und bei der Gewinnung neuer Gönner.
  2. terz-SeniorScouts testen für die
    • terzStiftung Infrastruktur, Dienstleistungen oder Produkte zu Studienzwecken
    • Wirtschaft Infrastruktur, Dienstleistungen und Produkte
    • Sie beteiligen sich an Meinungsumfragen und Vernehmlassungen.
  3. terzExperten unterstützen
    • die terzStiftung,
    • die Gönnerinnen und Gönner
    • sowie Dritte mit ihrer Fachkompetenz.
  4. Anerkennung: Botschafter, terz-SeniorScouts, Experten
    • erhalten das terzMagazin und
    • das periodische terzBotschafter-Bulletin kostenlos
    • jährliche Informationsveranstaltungen mit Erfahrungsaustausch ERFA
    • bevorzugte Behandlung bei besonderen Angeboten
    • Aufträge für Dritte werden entschädigt
    • Die Jahres-Einzelgönnerschaft kostet statt CHF 60.–, nur CHF 40.–, die Paar-Gönnerschaft – gleicher Haushalt – statt CHF 95.–, nur CHF 70.-
    • Bei 3 Neugönnergewinnungen gibt es eine Jahres-Einzelgönnerschaft als Dank.

Berlingen, 15. April 2009

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